Arbeitssicherheit auf der Baustelle: Die Checkliste für tägliche Sicherheit

Die Arbeitssicherheit auf der Baustelle gehört zu den größten Herausforderungen für Unternehmen. Denn – das haben Baustellen so an sich – es verändert sich täglich etwas: Gerüste werden umgestellt, bestimmte Teilprojekte abgeschlossen, neue Löcher werden aufgerissen, andere Gewerke kommen hinzu. Das macht Arbeitssicherheit auf der Baustelle so tückisch: Gefahren, die bis gestern noch da waren, sind heute weg. Und andere sind hinzugekommen:

Das Foto zeigt eine Baustelle, auf der Arbeitssicherheit besonders wichtig ist.

Arbeitssicherheit auf der Baustelle: Täglich verändert sich etwas

  • Irgendwo ist plötzlich eine neue Stolperfalle entstanden,
  • plötzlich hängen lose Drähte aus einem Loch heraus,
  • an einer bestimmten Stelle bestehen Gefahren durch Glassplitter, die gestern nicht da waren
  • und so weiter.

Eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen ist deshalb eine tägliche Aufgabe. Nicht wie bei den meisten Unternehmen, wo eine Gefährdungsbeurteilung nur selten erstellt wird, beispielsweise bei einer Kontrolle durch die Berufsgenossenschaft.

In diesem Artikel lernen Sie eine Art Schnellcheck für die Sicherheit auf der Baustelle kennen. Die BAU-Formel. Eine Gefährdungsbeurteilung, die Sie jeden Morgen vor Beginn der Arbeit schnell im Kopf durchführen können.

Die BAU-Formel: Die Gefährdungsbeurteilung für jeden Tag

  • B Bedingungen: Welche Bedingungen auf der Baustelle (Wetter, Wechsel in Gewerken, Wechsel des Ortes) haben sich seit gestern verändert?
  • A Ausrüstung: Sind alle Schutzausrüstungen und Werkzeuge am richtigen Platz und funktionsfähig?
  • U Unfallgefahren: Welche neuen konkreten Gefahren für Arbeitsunfälle sind seit gestern hinzugekommen?

Mit dem Schnellcheck der BAU-Formel im Kopf erstellen Sie eine Gefährdungsbeurteilung praktisch jeden Tag neu. Besser noch: Sobald sich Ihre Arbeitssituation ändert, können Sie mit dem BAU-Schnellcheck die Gefährdungen in Ihrer Umgebung checken.

Bedingungen: Was hat sich seit gestern geändert?

Wie bereits beschrieben: Eine Baustelle ist ein Ort, an dem sich täglich etwas verändert. Anders wäre es auch unsinnig. Schließlich ist das der Sinn einer Baustelle. Entsprechend ist die Frage, welche Bedingungen sich seit gestern verändert haben, die wichtigste zu Beginn.

  • Wetterbedingungen: Gestern schien noch die Sonne, heute stürmt und regnet es. Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitssicherheit?

  • Räumliche Bedingungen: Was hat sich an den Räumen, in denen gearbeitet wird, seit gestern verändert?

  • Arbeitsbedingungen: Sind auf der Baustelle noch die gleichen Personen wie gestern tätig? Können Absprachen, die gestern getroffen wurden, heute noch als gültig betrachtet werden?

  • Räumliche Bedingungen: Sind die Arbeitsräume heute noch die gleichen wie gestern? Was hat sich an und in den Räumlichkeiten verändert?

Ein kurzer prüfender Blick am Morgen hilft, die Bedingungen neu einzuschätzen. Wenn Sie bei einer Kontrolle durch die BG Bau nachweisen können, dass Sie dies täglich tun, wird das die Kontrolleure zufriedenstellen.

Gesetzlich sind Sie dazu verpflichtet, Ihre Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Ein Vorschlag: Drehen Sie morgens ein kurzes Video mit dem Handy und sprechen Sie als Text darauf, was Sie an Arbeitsbedingungen vorfinden. Sprechen Sie auch darauf, was Sie tun, um sich den neuen Bedingungen anzupassen. Ein solches Video ist schnell gedreht und hilft Ihnen im Falle eines Arbeitsunfalles nachzuweisen, dass Sie die Bedingungen zuvor richtig eingeschätzt haben.

Ausrüstung: Ist alles noch am Platz?

Nicht nur die Baustelle, auch die Ausrüstung von Beschäftigten ändert sich täglich. Geräte, die gestern benutzt wurden, werden heute nicht gebraucht. Schutzbrillen, die bis gestern nicht notwendig waren, sind heute bei Arbeiten dringend erforderlich. Handschuhe wurden gestern bei einer Montage verschlissen und sind heute unbrauchbar. Entsprechend gilt Blick Nummer 2 der eigenen Ausrüstung:

  • Sind alle Ausrüstungsgegenstände, die für die heutige Arbeit benötigt werden, am richtigen Platz?

  • Ist die Schutzausrüstung heute noch genauso funktionsfähig wie gestern?

  • Sind alle Geräte vorhanden, die einen reibungslosen sicheren Ablauf der Arbeit für den Tag gewährleisten?

Der schnelle Check der Ausrüstung am Morgen erhöht die Arbeitssicherheit für den gesamten Tag.

Unfallgefahren neu einschätzen

Nachdem Sie die Bedingungen neu eingeschätzt und Ihre Ausrüstung überprüft haben, beginnt der wichtigste Teil: Potenzielle Unfallquellen identifizieren. Der größte Feind ist hier die Routine. Denn Sie haben ja gestern erst alles beurteilt. Und vorgestern. Und vergangene Woche. Jetzt aber geht es darum, potentielle neu entstandene Unfallquellen zu identifizieren.

  • Sind neue Absturzgefahren entstanden, weil beim Versetzen des Gerüstes etwas nicht beachtet wurde?

  • Sind neue Verletzungsgefahren hinzugekommen, weil ein gestern bearbeitetes Stahlteil ungeschützt und spitz in den Raum ragt?

  • Sind über Nacht neue Materialien angeliefert wurden, die eventuell falsch gelagert wurden und plötzlich wegrollen können?

Fertigen Sie jeden Tag vor Beginn der Arbeit eine Liste potentieller Unfallgefahren an! Egal ob auf Papier oder digital: Wichtig ist, dass potentielle Unfallgefahren allen Ihren Beschäftigten bekannt sind.

Idealerweise hängt auf der Baustelle eine täglich aktualisierte Liste potentieller Unfallgefahren und Gegenmaßnahmen. Wenn bei einer Kontrolle durch die BG Bau dem Kontrolleur oder der Kontrolleurin dieser Zettel auffällt und Sie nachweisen können, dass er regelmäßig aktualisiert wird, können Sie davon ausgehen, dass die Beanstandungen insgesamt gering sein werden.

Fazit: Der BAU-Check ist die Gefährdungsbeurteilung für jeden Tag

Machen Sie Arbeitssicherheit zum wichtigsten Thema auf Ihrer Baustelle. Dazu gehört vor allem, eine Kultur der Arbeitssicherheit zu etablieren. Der BAU-Check hilft Ihnen und Ihren Beschäftigten, den täglichen Blick für Gefährdungen zu schärfen. Arbeitssicherheit-sofort unterstützt Sie dabei, Ihren gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden:

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