Wann müssen Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung aktualisieren?

„Eine Gefährdungsbeurteilung, die haben wir gemacht.“

Das ist gut. Denn nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArSchG) sind Sie als verantwortliche Person im Unternehmen verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Bei einer Betriebsrevision durch die Berufsgenossenschaft ist das einer der ersten Punkte, nach denen der Kontrolleur oder die Kontrolleurin fragt. Doch wie lange „hält“ eine Gefährdungsbeurteilung eigentlich? Wann muss sie aktualisiert werden? In diesem Artikel erfahren Sie es.

Eine Gefährdungsbeurteilung hat eine Ablaufzeit

Gefährdungsbeurteilungen sind lebendige Dokumente, die regelmäßig aktualisiert und bei bestimmten Veränderungen sogar komplett erneuert werden müssen. In Vorschriften wie der DGUV2 heißt es, dass Unternehmen ihre Gefährdungsbeurteilung jährlich aktualisieren müssen.

Es kann passieren, dass Sie einen Blick auf Ihre Gefährdungsbeurteilung werfen und denken „Ja, die passt noch.“ Und zwar dann, wenn

  • alle Gefährdungen nach wie vor bestehen und Sie die notwendigen Maßnahmen umgesetzt haben,

  • keine neuen Gefährdungen hinzugekommen sind,

  • Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitssicherheit wirksam sind und

  • keine neuen Maßnahmen erforderlich sind.

Doch Vorsicht! Selbst wenn Sie denken, dass alles in Ordnung ist, sollten Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung einmal durcharbeiten. Und dokumentieren, dass Sie das getan haben.

Beachten Sie auch: Veränderungen bei Ihnen im Unternehmen können dazu führen, dass Sie eine Gefährdungsbeurteilung erneuern müssen.

  • So ist beispielsweise während der Corona-Krise eine neue so genannte „biologische Gefährdung“ im Sinne des §5 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz entstanden.

  • Bedingt durch die veränderte Situation mussten Unternehmen ihre Gefährdungsbeurteilungen im Hinblick auf die Verminderung von Infektionsgefahren erneuern oder ergänzen.

Bei diesen Anlässen müssen Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung in jedem Fall erneuern

Eine Gefährdungsbeurteilung muss erneuert werden, wenn sich die Art von Tätigkeiten, der Einsatzort, die Projektbeteiligten (z.B. Subunternehmer) oder eingesetzte Geräte verändert haben. Hier eine Aufzählung von möglichen Ereignissen, bei denen eine Gefährdungsbeurteilung erneuert werden muss.

Diese Liste ist nicht vollständig. Wenn Sie beispielsweise mit Chemikalien arbeiten, die Sie zuvor nicht eingesetzt haben oder Verfahrens- und Arbeitsweisen etablieren, die für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen neu sind, sind dies ebenfalls Anlässe, zu denen Sie eine Gefährdungsbeurteilung aktualisieren müssen. Dennoch gibt die Liste eine gute Indikation darüber, wann Sie eine Gefährdungsbeurteilung aktualisieren müssen.

Dokumentieren Sie alle Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung

Bei einer Kontrolle durch Berufsgenossenschaft sollten Sie nach Möglichkeit alle Dokumente vorliegen haben, auch die früherer Gefährdungsbeurteilungen.

  • Als Arbeitsgeber*in haben Sie eine Dokumentationspflicht.

  • Zudem können Sie der Berufsgenossenschaft demonstrieren, dass Sie die Gefährdungen für Ihre Beschäftigten systematisch einschätzen und konsequente Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitssicherheit ergreifen.

  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Gefährdungsbeurteilung veraltet ist, aktualisieren Sie sie anlässlich der Kontrolle durch die Berufsgenossenschaft.

Arbeitssicherheit-sofort hilft Ihnen, bei Kontrollen durch die Berufsgenossenschaft schnell und einfach Rechtssicherheit zu erlangen. Innerhalb weniger Stunden können Sie eine betriebsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung bestellen. Über unser Online-Tool können Sie schnell und einfach Ihre Gefährdungsbeurteilung erstellen oder aktualisieren.

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