Infektionsschutz im Unternehmen: Was Sie als Arbeitgeber jetzt wissen müssen

Diese gesetzlichen Pflichten müssen Sie in den kommenden Monaten beachten

Der Shutdown der Wirtschaft ist vorbei, Unternehmen nehmen ihren Betrieb auf. Doch nichts ist so wie es vor Corona war. Den Infektionsschutz mit den Mitteln der Arbeitssicherheit zu beachten ist eine der wesentlichen Verpflichtungen für Arbeitgeber. §5 des Arbeitsschutzgesetzes regelt das klar. Doch was kommt jetzt auf Unternehmen zu? In diesem Artikel erhalten Sie schnell und kompakt eine Übersicht über ihre zwei wichtigsten Pflichten.

infektionsschutz-pflichten_Pflicht 1: Maßnahmen zum Infektionsschutz im Unternehmen konsequent umsetzen

Die Gefährdungsbeurteilung nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes besteht aus zwei Komponenten:

  • Die Erfassung potenzieller Gefährdungen und
  • die Erarbeitung von Maßnahmen.

Die aus der Gefährdungsbeurteilung hervorgegangen Maßnahmen müssen konsequent und nachvollziehbar umgesetzt werden. Dazu können sich Unternehmen Hilfe von ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nehmen und sie beispielsweise zu Infektionsschutzhelfern ausbilden lassen. Die Gemeinschaftsaktion „infektionsschutzhelfer.de“ hat dafür eine kostenlose Schulung entwickelt, die auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beruht. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können sich kostenlos schulen lassen und erhalten ein Zertifikat über die durchgeführte Schulung.

Ist eine solche Schulung freiwillig oder verpflichtend? Auch wenn es im §5 Arbeitsschutzgesetz nicht explizit erwähnt wird, ergibt sich aus Absatz 3 indirekt eine Pflicht. Dort heißt es, dass Arbeitgeber alle Gefährdungen aufzunehmen haben, die sich aus einer mangelnden Qualifikation und unterbliebener Unterweisung von Mitarbeitern*innen ergibt.

Man kann diesen Text so interpretieren: Wenn Sie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Infektionsschutzhelfern ausbilden lassen, handeln Sie entsprechend dem, was der Gesetzgeber vorsieht.

Damit möglichst viele Menschen in Unternehmen eine Schulung zum Infektionsschutzhelfer durchführen, hat die Gemeinschaftsaktion kostenlose Schulungen entwickelt. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können sich innerhalb weniger Minuten durch einen Fragebogen klicken und legen anschließend eine Prüfung ab. Als Nachweis ihrer Kenntnisse erhalten sie ein Zertifikat über eine bestandene Ausbildung zum Infektionsschutzhelfer nach dem SARS-COV-2-Arbeitsschutzstandard.

infektionsschutz-pflichten_Pflicht 2: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig unterweisen

In der Arbeitssicherheit gilt der Grundsatz: Wiederholung schafft Sicherheit. Auch wenn es scheinbar niemand mehr hören kann: Unterweisen Sie Mitarbeiter*innen auch das dritte, vierte oder fünfte Mal. Idealerweise einmal in der Woche so wie bei der Übernahme neuer Tätigkeiten. Damit können Sie als Unternehmen dazu beitragen, den Infektionsschutz in Unternehmen langfristig aufrecht zu erhalten. Denn die Pandemie ist auch nach dem Shutdown nicht vorbei. Und für Unternehmen ist es wichtig, dass nicht ihre Betriebsstätten zur Keimzelle einer neuen Infektionswelle werden.

Kostenlose Unterstützung durch Gemeinschaftsaktion

Die Gemeinschaftsaktion „infektionsschutzhelfer.de“ hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie möchten 1 Million Beschäftigte zu Infektionsschutzhelfern*innen ausbilden. Unternehmen, die eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, Maßnahmen konsequent umsetzen, ihre Belegschaft zu Infektionsschutzhelfern*innen ausbilden und sie kontinuierlich unterweisen, können einen großen Anteil daran haben, eine zweite Infektionswelle zu verhindern.