Psychische Gefährdungsbeurteilung: Das sollten Sie wissen

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Denn neben klassischen Risikofaktoren der Arbeitssicherheit, beispielsweise Arbeitsunfälle, sind psychische Belastungsfaktoren einer der häufigsten Gründe für eine Erkrankung von Beschäftigten oder sogar für Berufsunfähigkeit. Unternehmen, die eine Gefährdungsbeurteilung erstellen sind deshalb dazu angehalten, die Faktoren einer psychischen Gefährdungsbeurteilung mit aufzunehmen. Doch welche Faktoren sind das? Und wie lässt sich die Psyche von Beschäftigten beurteilen? In diesem Artikel erfahren Sie es.

Psychische Gefährdungsbeurteilung: Eine heikle Angelegenheit

Die Psyche Ihrer Beschäftigten ist etwas sehr Intimes. Als Arbeitgeber gibt es bestimmte Fragen, die Sie aus Gründen des Datenschutzes nicht einmal verpflichtend stellen dürfen. Beispielsweise: „Haben Sie schon einmal an einer Depression gelitten?“ Oder: „Hatten Sie bei einer Ihrer früheren Tätigkeiten einen Burn-Out?“ Trotzdem sind Sie verpflichtet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, welches Mitarbeiter/-innen vor psychischen Erkrankungen schütz. Auf den ersten Blick ein Wiederspruch. Sie dürfen (und vielfach wollen) nicht in die Seele Ihrer Beschäftigten blicken, sollen Sie andererseits jedoch schützen. Eine psychische Gefährdungsbeurteilung löst diesen Konflikt. Sie fragen bei Ihren Beschäftigten grundsätzliche Belastungsfaktoren ab, die nach allgemeinem Stand der Wissenschaft psychische Erkrankungen und Burn-Outs fördern. Diese Belastungsfaktoren wirken sich auf unterschiedliche Beschäftigte verschieden aus. So kann beispielsweise Stress für Einen sehr beflügelt wirken, während es für Andere eine psychische Belastung darstellt.

Die psychische Gefährdungsbeurteilung sollten Sie als Arbeitgeber deshalb unbedingt mit Angeboten der sicherheitstechnischen und betriebsmedizinischen Versorgung ergänzen. Ihren Beschäftigtentypen bieten Sie damit die Gelegenheit, sich bei Anzeichen von Überlastung an einen Betriebsarzt zu wenden der der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt.

Mit den Angeboten von Arbeitssicherheit-sofort erhalten Sie beides:

  • Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist ein zusätzlich buchbares Modul unserer Online- Gefährdungsbeurteilung. Die es Ihnen erleichtert, Ihren Pflichten nach dem Arbeitssicherheitsgesetz nachzukommen.

  • Durch die betriebsmedizinische Betreuung haben Ihre Mitarbeiter/-innen die Möglichkeit, sich vertrauensvoll an einen Betriebsarzt zu wenden.

Die einzelnen Belastungsfaktoren, die in einer psychischen Gefährdungsbeurteilung erhoben werden, werden nachfolgend erklärt.

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Gefährdungsfaktor Stress: Wichtiger Bestandteil einer psychischen Gefährdungsbeurteilung

Stress gehört zu den größten psychischen Belastungsfaktoren der Arbeitswelt. Und dennoch ist der Umgang mit Stress für Unternehmen ein zweischneidiges Schwert: Sie brauchen ein gewisses Maß an Stress, um Höchstleistung zu erbringen. Allerdings ist zu viel Stress gesundheitsschädigend. Für Arbeitgeber gilt es die richtige Balance zu finden. Hierzu werden Mitarbeiter/-innen im Rahmen einer psychischen Gefährdungsbeurteilung befragt, ob sie das Ausmaß an Stress als positiv oder negativ erleben. Hinzukommt, dass es unterschiedliche Arten von Stress gibt:

  • Positiven Stress: Das Gefühl, durch ein dynamisches Umfeld beflügelt zu werden und selbst über sich hinaus zu wachsen. Dies entsteht, wenn Beschäftigte durch Ihre Aufgaben und die Menge an Arbeit positiv beflügelt werden.
  • Negativer Stress: Er entsteht hauptsächlich durch ständige wechselnde Anforderungen, viele Unterbrechungen bei der Arbeit oder das Gefühl, Dinge nicht konsequent zu Ende machen zu können.

In einer psychischen Gefährdungsbeurteilung wie der von Arbeitssicherheit-sofort wird abgefragt, ob Beschäftigte Stress als positiv oder negativ empfinden. Ein zu hoher Wert bei negativ empfundenem Stress ist ein wichtiger Frühindikator, der darauf hinweist, dass in Zukunft möglicherweise mit einem Anstieg von Erkrankungen aufgrund psychischer Belastungen zu rechnen ist.

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Über – beziehungsweise Unterforderung als psychische Belastungsfaktoren

  • Im Rahmen einer psychischen Gefährdungsbeurteilung wird abgefragt, in wie weit Aufgaben welche an Beschäftigte delegiert werden, zu Ihren Qualifikationen passen. Denn sowohl Unter – als auch Überforderung kann zu einem psychischen Belastungsfaktor werden.

  • Beschäftigte, die Aufgaben außerhalb ihres Kompetenzfeldes unter hohen Leistungsdruck erbringen sollen, haben häufig das Gefühl zu „schwimmen“. Sie verlieren sich in den Aufgaben, sie fühlen sich häufig hilflos und der Sache nicht gewachsen. Wenn die Kultur des Unternehmens es nicht zulässt, dies öffentlich anzusprechen, besteht die Gefahr psychischer Beeinträchtigungen.

  • Wenn Sie qualifizierte Beschäftigte mit einem hohen kreativen Potenzial dauerhaft stupide Aufgaben geben, kann dies als Unterforderung ebenfalls zu psychischen Problemen führen. Wissenschaftler und Arbeitsschutzexperten sprechen hier auch von einem „Burn–Out–Syndrom“, also der systematischen Unterforderung von Mitarbeitern/-innen.

In einer psychischen Gefährdungsbeurteilung wird deshalb abgefragt, ob delegierte Aufgaben zu den jeweiligen Beschäftigten passen. Es wird gefragt, in wie weit sich Beschäftigte durch die Aufgaben über – oder unterfordert fühlen. Zu hohe Werte sind auch hier ein Indiz für mögliche künftige psychische Erkrankungen.

Belastungsfaktor soziales Miteinander: Wenn das Betriebsklima krank macht

Spannungen unter Beschäftigten gehören ebenfalls zu den großen psychischen Belastungsfaktoren. Beschäftigte, die im Wettbewerb zu einander stehen und diesen Wettbewerb mit unfairen Mitteln austragen, Profilierungswünsche einzelner Mitarbeiter/-innen oder Vorgesetzte, die in ihrem Bereich für ein Klima der Angst sorgen. Soziale Spannungen auf der gleichen Hierarchiestufe oder über Hierarchiestufen hinweg stellen für Beschäftigte häufig größere Belastungsfaktoren da als die Unter – oder Überforderung. Kein Wunder: Mit Arbeitskollegen und Kolleginnen verbringen viele mehr Zeit als mit der eigenen Familie. Entsprechend gehört die Messung des Betriebsklimas zu den wichtigen Faktoren einer psychischen Gefährdungsbeurteilung.

  • Aussagen wie „Wir verstehen uns gut“ oder „das Umfeld ist motivierend“ sprechen für ein gutes Betriebsklima.

  • Entgegen sprechen Aussagen wie „es gibt viele Spannungen zwischen Beschäftigten“ und „das Betriebsklima ist demotivierend“ für ein Umfeld, dass psychische Erkrankungen fördert.

Neben der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber haben Unternehmen an solchen Befragungen ein weiteres, handfestes Interesse. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, qualifizierte Beschäftigte an das eigene Unternehmen zu binden. Die Erfahrung zeigt: Ist das Betriebsklima schlecht, verlassen gerade die qualifiziertesten Beschäftigten das Unternehmen häufig zuerst.

psychische Gefährdungsbeurteilung online erstellen

Die psychische Gefährdungsbeurteilung von Arbeitssicherheit-sofort unterstützt Sie dabei, psychische Belastungsfaktoren für Ihre Mitarbeiter/-innen mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens einzuschätzen. Die Abfrage psychischer Belastungsfaktoren ist ein wichtiger, zusätzlicher Bestandteil unserer online Gefährdungsbeurteilung. Zusätzlich bietet Arbeitssicherheit-sofort eine psychische Gefährdungsbeurteilung in Form einer Mitarbeiterbefragung an. Beschäftigte verschiedenen Hierarchiestufen werden anonym nach den unterschiedlichen psychischen Belastungsfaktoren gefragt. Das Ergebnis zeigt auf, wie hoch das Risiko psychischer Erkrankungen bei Ihren Beschäftigten ist. Künftige Ausfallzeiten oder sogar eine Berufsunfähigkeit von Mitarbeiter/-innen zu verhindern ist das wertvollste Ergebnis einer psychischen Gefährdungsbeurteilung.

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