Alternative bedarfsorientierte Betreuung: Eine Einführung

Seit 2014 nimmt der Gesetzgeber auch kleinste Betriebe – ab einem sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter – in die Pflicht, den gesetzlichen Anforderungen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gerecht zu werden. Dementsprechend sind diesbezügliche Kontrollen durch die Berufsgenossenschaften keine Seltenheit. Allzu oft sieht man sich als „Erwischter“ mit der Frage konfrontiert: Was soll ich jetzt tun?

Wir erklären Ihnen, welche Betreuungsformen die Unfallverhütungsvorschrift (DGUV Vorschrift 2) vorsieht, welche Form für wen interessant ist und was es mit der alternativen bedarfsorientierten Betreuung auf sich hat.

Am Ende haben wir für Sie eine Liste mit Vor- und Nachteilen der alternativen bedarfsorientierten Betreuung zusammengestellt. Wir erklären Ihnen, wie Sie den rechtlichen Anforderungen sofort entsprechen können – ganz ohne langwierige Schulungen.

Welche Betreuungsformen gibt es in der Arbeitssicherheit?

Beginnen wir bei den rechtlichen Grundlagen: Welche Betreuungsformen sieht der Gesetzgeber vor? Im groben lassen sich aus der Unfallverhütungsvorschrift DGUV 2 drei Betreuungsformen ableiten.

  1. Regelbetreuung für Betriebe mit bis zu 10 Vollzeit-Beschäftigen (oder 20 Teilzeitbeschäftigten)

  2. Regelbetreuung für Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten

  3. Alternative bedarfsorientierte Betreuung für Betriebe mit maximal 50 Beschäftigten

Folglich kommt für Unternehmen, die mehr als 50 Beschäftigte haben nur eine Regelbetreuung in Frage.

Was ist die alternative bedarfsorientierte Betreuung?

In diesem Artikel beschäftigen wir uns aber speziell mit der dritten Alternative, nämlich der alternativen bedarfsorientierten Betreuung. Diese ist nur für Unternehmen zulässig, die maximal 50 Mitarbeiter haben und bestimmten Branchen angehören. Welche das sind, erfahren Sie gleich. Teilweise kommt es auch auf regionale Gegebenheiten an, wobei Sie sich hier bei Ihrem zuständigen Dachverband informieren sollten.

  • Die alternative bedarfsorientierte Betreuung bietet Ihnen zusätzliche Flexibilität in Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

  • Eine externe Gefahrenbeurteilung ist nicht mehr erforderlich und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit oder ein Betriebsarzt muss nur bei Notwendigkeit beim Kooperationspartner bestellt werden.

  • Sie haben dafür die Verantwortung, dass die Maßgaben bezüglich Arbeitsmedizin (Grundbetreuung und betriebsspezifische Betreuung) und Arbeitssicherheit eingehalten werden.

Das nimmt mitunter viel Zeit in Anspruch und bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber Ihren Mitarbeitern!  Diese Flexibilität und Freiheit hat aber ihren Preis. Um überhaupt an der alternativen Betreuung teilnehmen zu können, müssen nämlich von vornherein bestimmte Anforderungen gegeben sein.

Schritt-für-Schritt: Was für die alternative bedarfsorientierte Betreuung nötig?

Um die alternative bedarfsorientierte Betreuung im eigenen Betrieb zu etablieren, müssen Sie bzw. die Unternehmensleitung an einer Schulung teilnehmen und sich in Bereichen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes fortbilden.

  • Diese Fortbildungen werden von Kooperationspartnern der BGW übernommen und erfolgen auf Grundlage eines vertraglichen Verhältnisses (Betreuungsvertrag).
  • Im Bedarfsfall ist Ihr Kooperationspartner Ihre Anlaufstelle für die Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder eines Betriebsarztes.

Die Schulung an sich besteht meist aus 6 Einheiten zu je 45 Minuten. Haben Sie diese Schulung absolviert, können Sie sich eine Zeit lang zurücklehnen, wobei Sie mindestens alle 5 Jahre eine Fortbildungsveranstaltung besuchen müssen, um die gesetzlichen Anforderungen für die alternative Betreuungsform zu erfüllen.

Danach ist es Ihre Aufgabe, sich um die Gefahreneinschätzung zu kümmern, Sicherheitskonzepte zu entwickeln und den Pflichten aus der DGUV und dem ASiG gerecht zu werden!

Und je nach Veranstaltungstermin oder bürokratischen Hürden und Verzögerungen kann es einige Zeit dauern, bis Sie Rechtssicherheit durch Qualifikation erlangen… Bis dahin sind Sie gezwungen die Regelbetreuung zu praktizieren. Wenn Ihnen die Berufsgenossenschaft schon auf den Versen ist, ist Eile geboten, den Anforderungen möglichst sofort gerecht zu werden. Ansonsten drohen empfindliche Bußgelder oder Maßnahmen!

Für wen steht die alternative bedarfsorientierte Betreuung zur Auswahl?

Wie bereits oben angedeutet, steht nicht jedem Betrieb die Möglichkeit dieser Betreuungsform offen. Nur spezielle Branchen sind vorgesehen. Zulässig ist die alternative bedarfsorientierte Betreuung beispielsweise für:

  • Friseure
  • Arztpraxen, Apotheken, sowie tier- und zahnmedizinische Einrichtungen
  • Therapie-Praxen (z.B. Physio-Therapeut)
  • Beauty und Wellness-Salons (z.B. Nagelstudios etc.)
  • Bildung, Beratung und Betreuung
  • Kinderbetreuung (Kitas) und Pflegeeinrichtung (Altenheim)
  • Schädlingsbekämpfer

Sollte Ihr Unternehmen in einem dieser Bereiche tätig sein, haben Sie höchstwahrscheinlich die Möglichkeit die alternative bedarfsorientierte Betreuung zu praktizieren. Doch sollten Sie noch auf weitere Dinge achten, um nicht unwissend auf hohe Kosten und eine Rechtsunsicherheit zuzusteuern.

Was gibt es zu beachten?

Die gesetzliche Grundlage für die alternative bedarfsorientierte Betreuung sieht in DGUV Vorschrift 2 Anlage 3 vor, dass diese spezielle Betreuungsform im Vorfeld schriftlich mit dem Kooperationspartner vereinbart werden muss.

Beachten Sie dabei unbedingt, dass eine reine Teilnahmebescheinigung an den Motivations- und Informationsveranstaltungen nicht ausreichend ist und Ihnen Bußgelder drohen! §2 und §5 ASiG sprechen davon „eine Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich zu bestellen“.

Dementsprechend sind Sie in der Pflicht, die Schriftform für die Bestellung – zumindest die Ihres Kooperationspartner als Ansprechpartner bei Bedarf – zu wahren.

Wann besteht bei der alternativen bedarfsorientierten Betreuung Bedarf für „externe“ Betreuung?

Es stellt sich die Frage: Wann müssen Sie sich an Ihren Kooperationspartner wenden? Es gibt zwei Fälle:

  1. Sie haben Fragen bezüglich Arbeitssicherheit oder Gesundheitsschutz oder sind sich bei bestimmten Aspekten unsicher
  2. Ein gesetzlich normierter Fall aus der DGUV tritt ein

In beiden Fällen sollten Sie sich Hilfe zur Hand holen. Sie tragen eine große Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten. Bei Unsicherheiten und ungeklärten Fragestellungen, kann es entscheidend sein, sich eine fachkundige und auf viel Erfahrung beruhende Meinung einzuholen.

Vor- und Nachteile der alternativen bedarfsorientierten Betreuung

Soweit so gut. Aber was bedeutet das nun konkret für Sie? Welche Vor- und auch Nachteile ergeben sich bei der alternativen bedarfsorientierten Betreuung? Wir haben es Ihnen übersichtlich aufgelistet:

Vorteile Nachteile
Entscheidungsfreiheit bezüglich Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes im eigenen Unternehmen (viel Eigeninitiative möglich) Sie sind vertraglich an Ihren Kooperationspartner gebunden
Starker Firmenbezug durch Näheverhältnis der Geschäftsführung zu den Mitarbeitern Die Betreuung kostet laufend Geld durch Betreuungsvertrag mit teilweise hohen Zusatzgebühren für Spezialleistungen
Individuelle Maßnahmen können leichter und schneller erkannt werden Es dauert, bis Sie sich für diese Betreuungsform qualifiziert haben – dementsprechend müssen Sie bis dahin sowieso die Regelbetreuung etablieren, um den Anforderungen der Berufsgenossenschaft gerecht zu werden
Zusätzliche zeitliche Belastung durch Schulungen, Fortbildungen und Aufgaben im Unternehmen (Gefahrenbeurteilung usw.)
Große Verantwortung (menschlich und rechtlich) gegenüber Ihren Mitarbeitern – Schadensersatzansprüche gegen Sie sind bei Fehlern möglich

Die clevere Lösung: Arbeits- und Rechtssicherheit sofort!

Wie Sie sehen, hat die alternative bedarfsorientierte Betreuung nicht nur Vorteile, sondern auch erhebliche Nachteile für Sie. In der Gesamtschau muss man feststellen, dass im Normalfall eine Regelbetreuung zufriedenstellender für alle Parteien ist. Wir von Arbeitssicherheit-sofort kümmern uns um alle Anforderungen und garantieren Ihnen Rechtssicherheit – und zwar sofort. Wie läuft das ab?

Sie erhalten von uns ein Zertifikat, welches Ihnen gegenüber der zuständigen Berufsgenossenschaft folgende Aspekte bescheinigt:

  • die Ernennung der gesetzlich vorgeschriebenen fünf Betriebsbeauftragten,
  • die schriftliche Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie
  • eine Gefahrenanalyse und fachkundige Beratung.

Das ist für Sie der schnellste, einfachste und sicherste Weg zu mehr Arbeits- und Rechtssicherheit.

Sprechen Sie uns an. Erfüllen Sie die gesetzlichen Anforderungen sofort!