Die DGUV Vorschrift 2 verständlich erklärt

Obwohl die DGUV Vorschrift 2 schon 2011 in Kraft getreten ist, wissen viele Unternehmer nicht, dass es sie gibt und was dort steht. Ehrlich gesagt sind manche Formulierungen in gewohnt juristischer Manier kryptisch gewählt und das Lesen macht nur wenig Freude.

Trotzdem ist es für Ihren Betrieb essenziell, dass Sie wissen, was Ihre gesetzlichen Pflichten sind. Bei einer Kontrolle durch die Berufsgenossenschaft droht bei Nichteinhaltung ein Bußgeld oder im schlimmsten Fall sogar die Betriebsschließung.

Unwissenheit schützt bekanntermaßen nicht vor Strafe. Deshalb haben wir die grundlegenden Inhalte der DGUV 2 einfach und verständlich aufbereitet und liefern Ihnen einen Überblick über die Bestimmungen.

Es wird im Folgenden immer wieder auf Paragraphen, Anlagen und Anhänge innerhalb der DGUV 2 verwiesen. Wenn Sie etwas genauer nachschlagen möchten, können Sie dies ganz einfach bei BGW-Online tun.

Was ist die DGUV Vorschrift 2?

Ausgangspunkt für gesetzliche Regelungen bezüglich des Arbeitsschutzes ist das Arbeitsschutzgesetz (ASiG). Hier finden sich umfassende gesetzliche Normen, die dem Mitarbeiter garantieren sollen, dass bestmöglich für seine Sicherheit gesorgt wird.

Im Endeffekt sind aber einige Normen etwas allgemein formuliert und könnten unterschiedlich ausgelegt werden. Dieser nicht vorgesehene Spielraum ist aus Sicht des Gesetzgebers inakzeptabel. Allen Beschäftigten in Deutschland steht das Recht auf einen „grundlegend abgesicherten“ Arbeitsplatz zu.

Es muss also eine allgemeine Reglung geben, die bestimmt, welche Maßnahmen genau ergriffen werden müssen, damit ein einheitlicher Schutz gewährleistet werden kann. Und genau das ist die DGUV 2: Eine Konkretisierung der Bestimmungen aus dem ASiG!

Ziele und gleichzeitig Inhalte der DGUV sind also grundsätzlich:

  1. Gewährleistung eines gleichartigen Schutzes der Mitarbeiter am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber und „Externe“ (Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit)

  2. Schon ab einem Mitarbeiter ist eine betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung verpflichtend – jeder muss geschützt werden.

  3. Modernisierung und Effizienzsteigerung durch Gefährdungsbeurteilungen – je gefährlicher der Arbeitsplatz ist, desto intensiver und umfangreicher erfolgt die Betreuung

  4. Verschiedene Betreuungsmodelle angepasst an Unternehmensgröße und Bedarf

Die DGUV 2 ist also quasi eine Reform bzw. Konkretisierung des ASiG, welches das Verhältnis zwischen Unternehmer, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und im weitesten Sinne Mitarbeiter regelt.

Die DGUV 2 regelt, was der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit tun

Schon im ersten Teil (dem s.g. allgemeinen Teil) der DGUV 2 ist die Rede von „arbeitsmedizinischer Fachkunde“ (§3) und „sicherheitstechnischer Fachkunde“ (§4).

  • Hier ist geregelt, welche Qualifikationen und Voraussetzungen ein Betriebsarzt bzw. eine Fachkraft für Arbeitssicherheit mitbringen muss.

  • Beide arbeiten eng zusammen und unterstützen sich bei der Gefahrenbeurteilung gegenseitig durch ihre Expertise.

  • Die Aufgaben werden für die einzelnen Betreuungsformen später im dritten Kapitel der DGUV 2 (den Anlagen) geregelt.

Der Einfachheit halber erläutern wir Ihnen die Grundaufgaben kompakt.

Aufgaben des Betriebsarztes lt. DGUV 2

Die Fachkunde des Betriebsarztes bezieht sich auf den Gesundheitsschutz. Der Betriebsarzt ist dafür zuständig gesundheitliche Gefahren innerhalb des Betriebs zu erkennen. Anschließend werden auf dieser Basis eine Gefährdungsbeurteilung und gesundheitliche Risikofaktoren festgestellt. Anschließend werden Maßnahmen entwickelt, die diese Gefahren eindämmen.

Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit

Wie es der Name schon sagt, ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit für Fragen bezüglich der Arbeitssicherheit zuständig. Er bzw. sie muss Gefahren erkennen, die im laufenden Betrieb durch technisch-organisatorische Zusammenhänge entstehen. Schließlich obliegt ihm die Beurteilung der Sicherheitsrisiken und die Beratung der Unternehmensführung hinsichtlich Lösungsansätzen.

Wie ist die DGUV Vorschrift 2 aufgeteilt?

Die DGUV Vorschrift 2 besteht aus einem allgemeinen Teil, Übergangsbestimmungen und Anlagen, die Vorschriften für die Betreuungsformen je nach Betriebsgröße enthalten. Hier werden die jeweiligen Aufgaben konkretisiert und der Umfang der Grundbetreuung und Erweiterungen zu dieser konstatiert. Im Anhang finden sich abschließend noch weitere Konkretisierungen, die sich wiederrum auf die Anlagen und den allgemeinen Teil beziehen.

Welche Betreuungsmodelle sieht die DGUV Vorschrift 2 vor?

Die Betreuungsmodelle der DGUV Vorschrift 2 zu verstehen, ist nicht einfach. Wir haben für Sie kompakt die wichtigsten Informationen zusammengestellt, damit Sie schnell den Abschnitt finden, in den Ihr Unternehmen fällt. Wir haben für Sie eine Übersicht gestaffelt nach Unternehmensgröße erstellt.

  • Alternative bedarfsorientierte Betreuung – Anlage 3 DGUV Vorschrift 2

Die alternative bedarfsorientierte Betreuung ist eine Ausnahmeform der Betreuung. Um diese praktizieren zu können, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein:

  • Sie haben nicht mehr als 50 Mitarbeiter,
  • Sie haben einen Kooperationsvertrag mit einem Partner der BWG,
  • Sie haben eine Schulung besucht und

kümmern sich soweit selbst um die Gefährdungsbeurteilung sowie arbeitssicherheitsrelevante Maßnahmen und bekommen bei Bedarf „externe Hilfe“ von Ihrem Kooperationspartner.

  • Regelbetreuung bei weniger als 10 Beschäftigten – Anlage 1 DGUV Vorschrift 2

Wenn Sie weniger als 10 Beschäftigte in Ihrem Betrieb haben, so ist eine Grundbetreuung vorgeschrieben, welche durch eine anlassbezogene Betreuung ergänzt wird.

  • Die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsarzt haben die Aufgabe Sie als erstberatende Instanz bei der Gefahrenbeurteilung zu unterstützen.
  • Es gibt hier keine Mindesteinsatzzeit des Betriebsarztes oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit pro Jahr.
  • Regelbetreuung bei mehr als 10 Beschäftigten – Anlage 2 DGUV Vorschrift 2

Bei mehr als 10 Beschäftigten ist eine Grundbetreuung nötig, die noch etwas weiter geht, als bei Variante 2. Hier muss es feste Einsatzzeiten für Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit geben.

Diese sind mit

  • der Gefährdungsbeurteilung,
  • Maßnahmen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention,
  • Unterstützung bei Organisation von Arbeitsschutzmaßnahmen und
  • der Untersuchung von innerbetrieblichen Vorfällen betraut.

Ergänzend kommt eine betriebsspezifische Betreuung hinzu (geregelt in Anhang 4 DGUV).

Hier werden konkrete Gesundheitsgefahren ermittelt, die Arbeitsgestaltung überprüft, betriebliche Veränderungen festgestellt, externe Entwicklungen beobachtet und betriebliche Maßnahmen, Programme und Aktionen koordiniert.

Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage für die zusätzliche anlass- bzw. bedarfsorientierte Betreuung. Je gefährlicher ein Arbeitsplatz, desto umfangreicher die speziellen Maßnahmen.

Bei der Gefährdungsbeurteilung werden Gefahren ermittelt und beurteilt. Anschließend werden Maßnahmen erarbeitet, durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Gefährdungsbeurteilung als zentrales Element im modernen Arbeitsschutz muss laufend aktualisiert werden.

Was ist für Sie zu tun, um der DGUV 2 zu entsprechen?

Vielleicht war die Berufsgenossenschaft schon bei Ihnen und hat Mängel festgestellt, die Sie jetzt beseitigen müssen. Dann ist Eile geboten.

  • Die einfachste Möglichkeit der DGUV 2 und dem ASiG zu entsprechen ist, einen externen Dienstleister zu beauftragen, der sich darauf spezialisiert hat.
  • Wir von Arbeitssicherheit-sofort sorgen innerhalb weniger Stunden dafür, dass ein Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit gesetzeskonform bestellt wird.
  • Außerdem unterstützen wir Sie anschließend individuell in Sachen Arbeitsschutz und Rechtssicherheit!

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